Haben Sie Eichhörnchen gesehen?

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Die Mitmachaktion für Eichhörnchen war ein Erfolg. Nun wird daraus eine Langzeitbeobachtung. Mit Ihren Meldungen helfen Sie, mehr über Fortpflanzung, Bestandsentwicklung und die Anpassung an Umweltver…

Mitmachaktion wird zu Langzeitbeobachtung

Im Februar 2024 riefen der NABU, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und NABU|naturgucker zu einer einjährigen Meldeaktion für Eichhörnchen auf. Wir danken allen, die sich an der Aktion beteiligt haben, herzlich für ihre Mithilfe. Die gesammelten Beobachtungen bilden nun eine wertvolle Datenbasis, um Fragen rund um das Eichhörnchen wissenschaftlich zu untersuchen. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projektwebseite des IZW und bei NABU|naturgucker.

Da für Biolog*innen auch Langzeitentwicklungen von großem Interesse sind und sich so viele motivierte Beobachter*innen beteiligt haben, bleibt die Aktionsseite bei NABU|naturgucker zum Melden von Eichhörnchen aktiv. Informationen, wie Sie sich weiterhin bei der Langzeitbeobachtung beteiligen können, finden Sie hier: Eichhörnchen – NABU|naturgucker.


Grafik: NABU

Bitte nicht stören

Bitte achten Sie darauf, bei Ihrer Beobachtung die Eichhörnchen nicht zu stören. Das Tierwohl steht immer an erster Stelle, die Datenerhebung ist zweitrangig. Ideal ist beispielsweise eine Beobachtung mit dem Fernglas, so dass Sie „Ihr“ Eichhörnchen mit Abstand beobachten können. Auch wenn viele Eichhörnchen ihre Scheu vor Menschen nahezu verloren haben, sind es Wildtiere. Bitte fassen Sie diese nicht an.

Wissenschaftliche Fragestellung

Eichhörnchen im Park oder zu Hause im Garten zu beobachten, ist einfach. Schwieriger hingegen ist es, Daten zur Reproduktion der kleinen Kobolde zu sammeln, wie ihr Überleben und die Anzahl der Jungtiere pro Wurf ist, beziehungsweise wie häufig Eichhörnchen im Jahresverlauf Jungtiere zeugen. Solche Daten sind aber für die Wissenschaft von enormer Bedeutung, wenn es darum geht, Trends in der Populationsentwicklung vorherzusagen.

Ziel des Projektes ist es daher, mit Hilfe von Bürger*innen solche Langzeitdaten zu erheben. Dafür wird ein Standort ausgewählt, an dem Eichhörnchen regelmäßig beobachtet werden können, beispielsweise im Garten, auf dem Balkon oder im Park, und dort werden die Beobachtungen wiederholt dokumentiert. So kann eine Zeitreihe über einen Standort erstellt und Informationen über das Eichhörnchen-Jahr gesammelt werden.

Kontinuierliche Langzeitbeobachtungen können uns im Gegensatz zu unsystematischen Sichtungen komplexere Antworten auf folgende Fragestellungen liefern:

  • Wie gut können sich Eichhörnchen an Klimawandel oder Verstädterung anpassen?
  • Gibt es innerhalb Deutschlands Unterschiede oder sogar ein deutliches Gefälle, was Anzahl der Jungtiere, Wurfhäufigkeit oder Fortpflanzungszeitpunkt angeht?


1. Langzeitbeobachtung

Langzeitbeobachtungen ermöglichen genaue Beobachtungen und Aussagen über Paarungserfolg, Aktivitätszeiten und Anzahl der Jungtiere beziehungsweise Würfe innerhalb eines Jahres. Um an der Langzeitbeobachtung teilzunehmen, erstellen Sie auf unserer Aktionsseite einmalig Ihren selbst gewählten Beobachtungsstandort, zum Beispiel Ihren Garten. Die genaue Erklärung finden Sie in den FAQs, weiter unten auf der Seite. Anschließend melden Sie so oft wie möglich (gerne täglich, wöchentlich oder monatlich) Ihre Eichhörnchen-Beobachtungen. Je häufiger Sie diese eintragen, umso genauer können jahreszeitliche Entwicklungen und Veränderungen nachvollzogen werden. Bei jeder Beobachtung haben Sie nämlich die Möglichkeit, auch das Verhalten der Tiere oder das Vorhandensein und die Anzahl von Jungtieren zu notieren.

Sollten Sie Ihren Standort regelmäßig beobachten und an manchen Tagen keine Eichhörnchen sehen, ist auch diese Information für die wissenschaftliche Auswertung genauso wichtig wie Ihre Sichtungen, da wir dann wissen, dass Sie noch am Projekt teilnehmen und wir auch daraus wertvolle Schlüsse über Verhalten und Vorkommen der Tiere gewinnen können. Daher freuen wir uns, wenn Sie Ihre Nichtsichtungen ebenfalls melden, gerne auch täglich.

2. Zufallssichtungen

Die dauerhafte Beobachtung eines Standortes ist Ihnen zu zeitaufwändig, aber Sie sehen immer mal wieder Eichhörnchen, die Sie gerne melden möchten? Dann nutzen Sie innerhalb unserer Aktionsseite einfach den Menüpunkt „Zufallssichtung“. Dort können Sie Ihre Sichtung(en) auch ohne Registrierung melden.

Erste Ergebnisse

Bereits im ersten Jahr des Beobachtungsprojekts wurden zahlreiche Eichhörnchen-Sichtungen dokumentiert. NABU|naturgucker hat die Beobachtungsdaten aus dem Jahr 2024 ausgewertet. Die Daten vermitteln einen ersten Eindruck von der Reproduktionsbiologie dieser Tiere. Demnach wurden vor allem Eichhörnchen, die Jungtiere tragen, im März und April gesehen, während junge Eichhörnchen ohne Elterntier häufiger im Mai beobachtet wurden. Interaktiven Grafiken und Diagramme dazu finden Sie bei NABU|naturgucker.

Die Beobachtungsdaten werden weiterhin ausgewertet und sollen anschließend in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht werden.



  • Eichhörnchen mit Nachwuchs – Foto: Jens Winter/NABU-naturgucker.de

  • Eichhörnchen an der Futterstelle – Foto: Edith Löb/NABU-naturgucker.de

  • Eichhörnchen – Foto: NABU/Gaby Schröder

  • Foto: Frank Derer

  • Foto: Frank Derer

  • Foto: Frank Derer

  • Foto: Kathrin Raedel

  • Eichhörnchen im Winter – Foto: Frank Derer

  • Eurasisches Eichhörnchen mit dunkler Fellfarbe – Foto: Frank Derer

Mehr über Eichhörnchen

Das Eurasische Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

  • hat je nach Lebensraum, Klima und Nahrungsverfügbarkeit mehrere Paarungszeiten (vom Winter und bis ins späte Frühjahr),
  • hat eine Tragezeit von etwa 38 Tagen,
  • wirft bis zu sechs Jungtiere, die bei Geburt nackt, taub und blind sind (Nesthocker),
  • verlässt sechs Wochen nach der Geburt erstmals das Nest,
  • wird acht bis zehn Wochen gesäugt,
  • hat im ersten Jahr eine Sterblichkeit von 80 Prozent,
  • ist ein Allesfresser; zu seiner Nahrung zählen neben Nüssen und Samen auch Vögel oder deren Eier, Früchte und Pilze.

Einen detaillierten Artensteckbrief des Eichhörnchens finden Sie in unserer Aktionsseite oder direkt auf NABU-naturgucker-beobachtungen.de.


Bisher keine Konkurrenz durch Grauhörnchen

Das Amerikanische Grauhörnchen (Sciurus carolinensis), das bisher zum Glück nur in Großbritannien und Italien vorkommt, verdrängt das Eurasische Eichhörnchen. Denn es überträgt die für Eichhörnchen oft tödlichen Parapoxviren, ohne selbst an Parapocken zu erkranken. In Deutschland gibt es bisher noch keine Nachweise für Grauhörnchen. Allerdings lebt hier eine dunkle Farbvariante des Eurasischen Eichhörnchens.

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