18. Oktober 2024 – Zum ersten Mal ist der Fund einer Orientalischen Hornisse (Vespa orientalis) in Deutschland dokumentiert worden. Dieser Nachweis erfolgte über das Citizen-Science-Meldeportal NABU-naturgucker.de. Ursprünglich ist diese Hornissenart in Asien, Nordafrika und Südosteuropa beheimatet und wurde bereits in anderen Teilen Mitteleuropas beobachtet. In Deutschland wurde diese Art bisher nicht dokumentiert – bis jetzt.
Als NABU-Insektenexpertin Laura Breitkreuz Meldungen zur Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) auf NABU-naturgucker.de auswertete, fiel ihr auf, dass eine Nutzerin aus Mannheim stattdessen ein Foto einer Orientalischen Hornisse hochgeladen hatte – ohne zu wissen, dass sie damit eine neue Art nachgewiesen hatte.
„Wir können noch nicht einschätzen, ob diese Art negative Auswirkungen auf unsere heimische Fauna haben wird“, sagt NABU-Insektenexpertin Laura Breitkreuz. „Das wird erst die Zeit zeigen – wie bei allen neuen gebietsfremden Arten.“ Viele dieser Arten sind für unsere Biodiversität völlig harmlos. Andere, wie etwa die Asiatische Hornisse, können größere Schäden anrichten.
Der Fund der Orientalischen Hornisse verdeutlicht, wie wichtig Artenkenntnis in der heutigen Zeit ist. Durch die Klimakrise gelangen immer mehr gebietsfremde Arten nach Deutschland. „Es ist daher wichtig, dass die Menschen erkennen, was sie für Arten vor sich haben. Und neue gebietsfremde Arten gegebenenfalls melden“, so Breitkreuz. Hierbei helfen Portale wie NABU-naturgucker.de.
Wichtig sei aber, die Tiere nicht zu jagen oder zu bedrängen, sondern sie nur zu beobachten und zu fotografieren. Denn oft werden heimische Arten mit den anderen verwechselt und dann getötet. So leidet die Europäische Hornisse unter der Panik vor der Asiatischen Hornisse, da sie fälschlicherweise für diese gehalten wird.
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