Ein Porträt der Spree

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Die knapp 400 Kilometer lange und durch Sachsen, Brandenburg und Berlin fließende Spree entspringt in der Oberlausitz an ihren drei Quellorten Ebersbach-Neugersdorf und am Berg Kottmar.

Die Spree

Nach einem in etwa 700 Meter kurzen Schwenk durch Tschechien führt ihr Lauf auf einer Länge von 116 Kilometern durch Sachsen, bevor sie nördlich der Talsperre Bautzen bei Spremberg die Grenze zu Brandenburg überquert.

Bis zum Eintritt in das Lausitzer Kohlerevier ist die Spree auf weiten Strecken vergleichsweise naturnah. Das Kohlerevier allerdings hat dem Fluss einige Veränderungen abgerungen. An zwei Stellen wurde sie gar umverlegt und hat ihre natürliche Aue verlassen. Bei Uhyst zerstörte der Tagebau Bärwalde Flussbett und Aue vollständig. Seit 1982 umfließt die Spree des Tagebausee in einem künstlichen Bett. Auch auf dem heutigen Truppenübungsplatz Oberlausitz fließt die Spree heute nicht mehr in ihrem natürlichen Bett.

Als eine weitere Folge des Abbaus von Braunkohle und anderer Rohstoffe ist die Verockerung des Flusses schon heute an einigen Stellen zu sehen. Sie entsteht durch chemische Reaktionen, die entstehen, wenn Gesteine mit bestimmten Eisenverbindungen durch den Aufschluss mit Sauerstoff in Berührung kommen und oxidieren. Die Verockerung hat schwere Folgen für das Leben in den betroffenen Flüssen.


Mit dem Austritt aus dem Kohleabbau ergeben sich für die Spree neue Probleme. Zukünftig wird ihr das künstlich zugeführte Wasser aus dem Tagebau fehlen und die Folgen des Klimawandels verstärken. Technische Lösungsansätze wie eine Wasserüberleitung aus der Elbe befürwortet der NABU nicht. Vielmehr müssen nachhaltige, naturbasierte Lösungen anvisiert werden.


Wer die Spree von der schönen Seite erleben will, muss nicht bis in den Spreewald fahren. Ein Naturschutzgebiet, drei Landschaftsschutzgebiete, drei FFH-Gebiete und ein UNESCO-Biosphärenreservat liegen auf ihrem Weg durch Sachsen, bevor nach Brandenburg fließt.

Zuerst durchfließt sie die Landschaftsschutzgebiete Kottmar und Oberlausitzer Bergland, bevor die Spree das FFH-Gebiet „Spreegebiet oberhalb von Bautzen“, welches in den Landkreisen Bautzen und Görlitz liegt und dem bedrohten Fischotter einen Rückzugsort bietet kreuzt. Nach dem sich daran anschließenden FFH- und Vogelschutzgebiet „Spreeniederung Malschwitz“, das von seltenen Vogelarten als Rast- und Brutplatz genutzt wird, gelangt die Spree in Deutschlands größtes zusammenhängendes Teichgebiet, dem UNESCO-Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“, das ein gleichnamiges Naturschutzgebiet integriert. Im folgenden FFH-Gebiet Gebiet „Spreetal und Heiden zwischen Uhyst und Spremberg“ leitet die Spree die wichtige ökologische Verbindung in den brandenburgischen Raum ein, woraufhin sie in den Spreewald und Berlin übergeht und schließlich in der Havel mündet.