15. September 2026 – Der Sächsische Landtag entscheidet am Mittwoch über das neue Jagdgesetz. Ein Managementplan für den Umgang mit dem Wolf in Sachsen ist noch in Ausarbeitung. Der NABU Sachsen warnt davor, Abschüsse von Wölfen ohne konkreten Schadensbezug zu ermöglichen und fordert stattdessen besseren Herdenschutz durch wirksame Zäune und Herdenschutzhunde. Die pauschale Bejagung des Wolfs erscheint als einfache Antwort auf Risse, tatsächlich schadet sie den Weidetierhaltern und gefährdet dazu die Erhaltung der geschützten Art Wolf.
Gezielte Entnahme statt pauschaler Jagd
Wer Nutztiere wirksam schützen will, muss an der Ursache des Konflikts ansetzen. Elektrozäune, wolfsabweisende Einzäunung und Herdenschutzhunde verhindern, dass Wölfe überhaupt an Schafe, Ziegen oder Kälber herankommen. Wird dieser Schutz konsequent aufgebaut und gepflegt, sinkt das Risiko von Rissen unmittelbar.
Wenn Weidetiere trotz fachgerechter Schutzmaßnahmen gerissen werden, darf nur das konkret schadenstiftende Tier entnommen werden. Freigaben beliebiger Wölfe im Umkreis von bis zu zwanzig Kilometern treffen häufig nicht den Verursacher und können Nachbarrudel beeinträchtigen.
Keine wolfsfreien Zonen
Wolfsfreie Zonen sind in einer offenen Kulturlandschaft wie Sachsen nicht durchsetzbar. Wölfe wandern über weite Strecken und können jeden Landkreis durchqueren. Solche Zonen schaffen falsche Sicherheit und lenken vom notwendigen Herdenschutz ab.
Unabhängiges Monitoring nötig
Für Vertrauen und Rechtssicherheit braucht Sachsen eine unabhängige Erfassung von Spuren und Rissen. DNA-Proben müssen nach einheitlichen Standards gesichert und Laborergebnisse transparent veröffentlicht werden.
Der NABU Sachsen fordert die Regierungsfraktionen auf, den Managementplan auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen aus ganz Europa zu erstellen und die Finanzierung wirksamer Schutzmaßnahmen dauerhaft im Haushalt zu verankern.