Landwirtschaft prägt unsere Landschaft wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig. Über Jahrhunderte entwickelte sich in Mitteleuropa eine vielfältige Kulturlandschaft, die jedoch seit rund 100 Jahren zunehmend monotoner wird. Zahlreiche Arten sind an das Leben im Offenland und an Lebensräume angepasst, die erst durch die menschliche Nutzung entstanden sind.
Im Zuge der Effizienzsteigerungen durch Technisierung, Düngemittel- und Pestizideinsatz sowie durch die Aufgabe zahlreicher naturverträglicher Landnutzungsformen ging der Artenreichtum in den vergangenen Jahrzehnten stark zurück. Vielfalt entsteht meist nicht mehr als zufälliges „Nebenprodukt”, sondern muss durch eine Kombination möglichst fairer Preise für Produkte und öffentlicher Honorierung ökologischer Leistungen erhalten werden.
Wir brauchen eine Landwirtschaft, die biologische Vielfalt und naturnah genutzte Lebensräume erhält, mitunter neu schafft und nach Möglichkeit rentabel bewirtschaftet. Hierbei steht der NABU für die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz von klassischen Arten- und Biotopschutzmaßnahmen. Darunter fallen Rauchschwalben- und Schleiereulen-Nisthilfen auf Bauernhöfen, Kopfweiden- und Streuobstwiesenpflege sowie die Unterstützung von Lammfleisch- und Streuobst-Projekten bis hin zur politischen Lobbyarbeit auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.
Der Bundesfachausschuss Landwirtschaft wurde im Jahr 1992 unter dem Dach des BFA Landnutzung als Bundesarbeitsgruppe (BAG) Landwirtschaft gegründet, um Optionen für notwendige Änderungen in der Agrarpolitik zu entwickeln und diskutieren. Er unterstützt das Präsidium und die Bundesgeschäftsstelle in ihrer Arbeit und trägt zur Vernetzung zwischen den NABU-Landesverbänden sowie den anderen Bundesfachausschüssen zum Thema Landwirtschaft bei.
Der BFA Landwirtschaft besteht zu einem großen Teil aus Mitgliedern, die sich auch beruflich mit Landwirtschaft und Naturschutz auseinandersetzen und aus Interessierten, die in ihren Bundesländern zum Thema aktiv sind. Im engen Austausch mit den Kolleg*innen in der Bundesgeschäftsstelle unterstützt der BFA Landwirtschaft die Entwicklung von Positionen und Kampagnen oder die Durchführung von Tagungen.
Für die Arbeit auf Bundesebene ist die Vernetzung zwischen den Landesverbänden eine wichtige Aufgabe. Es gibt vieles, was auf Landesebene voneinander gelernt werden kann.
Wir treffen uns zweimal jährlich zum allgemeinen Austausch und finden uns anlassbezogen zu Arbeitstreffen zusammen.
Haben Sie Interesse mitzuarbeiten oder hineinzuschnuppern? Dann melden Sie sich gern unter BFA-Landwirtschaft@NABU.de. Wir freuen uns über neue Gesichter!
Sprecherin
Susanne Wangert
BFA-Landwirtschaft@NABU.de
Debattenbeiträge zu Naturschutz und Landwirtschaftspolitik: Blogs.NABU.de/Naturschaetze-retten
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU und ihre Umsetzung in Deutschland schadet der Umwelt und ist aus Sicht der Steuerzahler wenig effizient. Sie ist ungerecht, da der überwiegende Teil des Geldes an eine kleine Zahl landwirtschaftlicher Großbetriebe geht. Mehr →
Tradition und das blühende Leben: Der Streuobstbau ist eine naturverträgliche Form des Obstanbaus. Über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten kommen allein in Deutschland in diesem wertvollen Lebensraum vor. Mehr →
Die Streuobst-Expert*innen im BFA vernetzen und unterstützen Aktivitäten und Aktive, die mit dem Thema Streuobst zu tun haben. Wichtig sind Lobbyarbeit, zahlreiche Service-Leistungen sowie internationale Kontakte zu Streuobstaktiven. Mehr →
Mit seiner Vielzahl an Bundes- und Landesfachausschüssen (BFA und LFA) verfügt der NABU über ein vielmaschiges Netz von Expert*innen aus den wesentlichen Bereichen des Natur- und Umweltschutzes. Arbeitsgruppen tauschen sich dort über den Stand der Forschung aus. Mehr →