Kein Silvesterstress für die Tierwelt!

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Der NABU Niedersachsen warnt vor Folgen privater Böllerei für Wildtiere und fordert deshalb ein grundsätzliches Umdenken beim Silvesterbrauch und ein Verbot von privatem Feuerwerk.

NABU Niedersachsen fordert ein Umdenken beim Jahreswechsel

Der Jahreswechsel ist für viele ein Grund zum Feiern. Für zahlreiche Wildtiere jedoch beginnt das neue Jahr mit Todesangst, Flucht und Stress. Besonders betroffen sind Tiere wie Igel, Rehe oder Fledermäuse, die sich zum Jahresende in Winterruhe befinden oder in ihren Revieren auf Nahrungssuche sind.

Wildtiere in Panik – unnötige Belastungen vermeiden

„Viele Menschen unterschätzen, welche Folgen Knallkörper und Raketen für unsere heimische Tierwelt haben“, sagt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Gerade Igel, die im Laub oder unter Holzstapeln ihren Winterschlaf halten oder Fledermäuse in ihren Quartieren reagieren hochsensibel auf die Erschütterungen und Lärmexplosionen. Diese Tiere wachen auf, verbrauchen wertvolle Energie und überleben den Winter unter Umständen nicht.“

Feuerwerke sorgen nicht nur für Feinstaub, Müll und Verletzungsgefahr für Menschen – sie bringen vor allem Unruhe in die Natur. Das Problem: Wildtiere können nicht zwischen Naturereignis und menschengemachter Lärmquelle unterscheiden. Für sie bedeutet jeder Knall potenzielle Gefahr. Fluchtverhalten, Orientierungslosigkeit und Verletzungen sind häufig die Folge. Besonders in der Silvesternacht, wenn das Feuerwerk flächendeckend gezündet wird, geraten viele Tiere in Panik. Im ländlichen Raum kann das sogar zur Trennung von Muttertieren und Jungtieren führen.

„Während Wildtiere im Winter eigentlich ihre gesamte Energie sparen müssen, zwingt man sie durch die Knallerei zur panikartigen Flucht“, erklärt Neffati. Auch Rehe, die sich meist zurückgezogen in Waldnähe aufhalten, können aufgeschreckt auf Straßen flüchten und somit zusätzlich eine Gefahr für den Verkehr darstellen.


Ein weiteres Problem sieht der NABU Niedersachsen in der zunehmenden Verlagerung des Feuerwerks vom städtischen Raum in die freie Landschaft. Lokale Böllerverbotszonen in Innenstädten führen häufig dazu, dass Menschen auf offene Feld- und Waldränder ausweichen. Geböllert wird dann dort, wo viele Tiere ihr Winterquartier haben. Neffati: „Solche Regelungen greifen zu kurz. Was wir brauchen, ist ein bundesweites Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk – nicht nur aus Tier-, sondern auch aus Umwelt- und Klimaschutzgründen.“

Der NABU Niedersachsen unterstützt daher die Forderungen des NABU-Bundesverbands nach zentralen, professionell durchgeführten Feuerwerken oder alternativ leisen Licht- und Drohnenshows. Sie schonen Umwelt und Tiere und ermöglichen trotzdem ein gemeinschaftliches Erlebnis.

NABU-Forderungen im Überblick:

  • Verbot privater Silvesterfeuerwerke
  • Zentrale, kommunal organisierte Feuerwerke/Drohnenshows ohne Knalleffekte
  • Feuerwerksfreie Zonen in der Nähe von Schutzgebieten, Wald- und Feldrändern

Neffati appelliert an die Bevölkerung: „Ein tierfreundlicher Jahreswechsel beginnt mit Rücksicht. Wer wirklich feiern will, sollte auch Verantwortung für unsere Umwelt übernehmen.“

Feinstaub und Müll belasten Umwelt und Gesundheit

Neben der Bedrohung für Tiere haben Silvesterfeuerwerke erhebliche Folgen für die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Laut Umweltbundesamt entstehen in Deutschland durch Feuerwerkskörper jährlich etwa 2.050 Tonnen Feinstaub – davon über drei Viertel in der Silvesternacht. Chemisch belasteter Müll bleibt oft wochenlang in der Natur und kann giftige Rückstände hinterlassen, die das Grundwasser gefährden.

Tipp: Streuen Sie doch den Vögeln als stillen Neujahrsgruß stattdessen lieber ein paar Körner aus und freuen Sie sich an der Farbexplosion am Futterplatz, wenn sich Grünfink, Blaumeise, Rotkehlchen, Goldammer und Buntspecht ein fröhliches Stelldichein geben. Dieses Schauspiel ist auch garantiert nach fünfzehn Minuten noch nicht vorbei!

Wir wünschen Ihnen ein glückliches und gesundes neues Jahr!


Tipps zur Winterfütterung: