Berlin, 21. Februar 2026 – Auf dem 25. Berliner Naturschutztag des NABU Berlin diskutieren Referent*innen heute unter dem Motto „Natur findet Stadt“ über Artenschutz im Wohnumfeld. Dabei wurde deutlich, dass selbst dicht besiedelte Stadtteile eine erstaunliche Artenvielfalt aufweisen können – von der Wildbiene bis zur Gottesanbeterin, vom Igel bis zum Fuchs, vom Mauersegler bis zum Mäusebussard.
Aber diese urbane Artenvielfalt ist kein Selbstläufer. Wildtiere leben in der Stadt, weil wir Strukturen geschaffen haben, die ihnen zusagen, und sie werden wieder verschwinden, wenn diese Strukturen verloren gehen.
Der 25. Berliner Naturschutztag zeigt verschiedene Ansätze auf, um solche Strukturen zu erhalten und neu zu schaffen. Eine vielversprechende Methode ist etwas das „Animal-Aided Design“, das der Landschaftsarchitekt Prof. Dr. Thomas E. Hauck vorstellt: „Wild lebende Tiere sind in Planungs- und Genehmigungsverfahren zwar grundsätzlich von Beginn an relevant, spielen dort aber meist keine gestaltende Rolle. Animal-Aided Design hingegen versteht Tiere nicht primär als Einschränkung, sondern als potenzielle Mitbewohner, deren Bedürfnisse frühzeitig als Teil der Entwurfsaufgabe formuliert werden.“
Neue Lebensräume durch Entsiegelung will das Projekt „Abpflastern“ schaffen, das dem Vorbild der niederländischen Bewegung „Tegelwippen“ nacheifert, an der sich bereits 250 Kommunen im Nachbarland beteiligen. „Der Wettbewerb ,Abpflastern‘ ist bewusst spielerisch angelegt, doch was bleibt, ist real und dauerhaft: entsiegelte Quadratmeter, kühlere Stadtquartiere und Böden, die ihre natürlichen Funktionen zurückerhalten“, sagt Mareike Gaiser von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz.
Dass man schon mit kleinen Maßnahmen die urbane Artenvielfalt fördern kann, zeigt der Vortrag von Reg Otters von der „Beratungsstelle für biologische Vielfalt im Siedlungsbereich“ der Stiftung Naturschutz Berlin: „Um möglichst viel zu erreichen, lohnt es sich genau hinzuschauen. Biologische Vielfalt muss nicht teuer sein, macht Spaß und alle können etwas beitragen.“