15. September 2026 – In den letzten Jahrzehnten brach der Bestand des Rebhuhns um mehr als neunzig Prozent ein. Immer intensiver betriebene Landwirtschaft, zerstörte und zerschnittenere Lebensräume, Versieglung und Flächenverbrauch haben das Rebhuhn – wie viele andere Offenlandarten – dramatisch zurückgedrängt. Mit einem offenen Brief fordert der NABU Sachsen gemeinsam mit seinem Landesfachausschuss für Ornithologie den Umweltminister auf, die Landnutzung in Sachsen endlich an die bedrohliche Lage anzupassen. Landwirtschaft und der Schutz von Lebensräumen müssen vereinbar werden.
Die sächsische Agrarlandschaft wird durch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft immer strukturärmer. Hecken, Feldraine, Brachen und einzelne Bäume verschwinden und es breiten sich monotone, ausgeräumte Felder aus. In weiten Teilen des Freistaats finden die Tiere weder ausreichend Insekten für die Aufzucht ihrer Küken noch Deckung vor Fressfeinden im Winter. Pestizideinsatz und frühe Mahd zerstören noch dazu Gelege und Nahrungsgrundlagen. Um Arten wie das Rebhuhn zu erhalten, braucht es eine extensive Landnutzung, mehr Landschaftselemente (Hecken und Blühflächen), ausreichend Brachen und eine deutliche Reduzierung der Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Fläche für andere Zwecke.
Das Rebhuhn ist “Vogel des Jahres 2026” – eine „Auszeichnung“ für Arten, deren Bestand und Lebensräume besonders gefährdet sind. Sie dient als ein Alarmzeichen. Bereits 1991 wollte der NABU durch seine Wahl auf seine Gefährdung aufmerksam machen. Doch die Warnung verhallte erfolglos.