Von Wintergästen, Möwen und Entenscharen

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Vom 9. bis 11. Januar findet wieder die Stunde der Wintervögel statt. Für eine Stunde können Vögel gezählt und dem NABU gemeldet werden. Wir geben Tipps, wie die Beobachtung am besten gelingt.

Stunde der Wintervögel vom 9.-11. Januar 2026

Berlin, 18. Dezember 2025 – Amsel, Drossel, Fink und Star – im Winter scheinen viele bekannte Vogelarten aus dem Stadtbild verschwunden zu sein. Zwar hört man in der kalten Jahreszeit gelegentlich das Rotkehlchen singen oder sieht Tauben und Krähen an Bahnhöfen und in Parks, doch für viele Menschen bleibt die Vogelwelt im Winter weitgehend unsichtbar. Dabei lassen sich auch in Berlin mit ein paar einfachen Tipps zahlreiche Wintervögel entdecken und beobachten.


Farbenfrohe Wintergäste entdecken

Vögel beobachten – kurz Birden – kann man das ganze Jahr über, nur der Fokus verschiebt sich. Während man im Frühling und Sommer nach Blaukehlchen, Nachtigallen oder Wiedehopfen Ausschau hält, kann man sich im Winter über farbenprächtige Gäste wie Seidenschwänze oder Erlenzeisige freuen.

Gute Beobachtungsorte sind strukturreiche städtische Friedhöfe wie die Kreuzberger Bergmannfriedhöfe, der Parkfriedhof Lichterfelde oder der Georgen-Parochial-Friedhof in Friedrichshain, die Vögeln auch im Winter Nahrung und Schutz bieten. Zum Teil lassen sich die Vögel im Winter in laubfreien Strukturen sogar leichter entdecken als im Frühjahr und Sommer, wenn man stark auf die akustische Bestimmung angewiesen ist.


Große Gewässer und schwimmende Seltenheiten

Auch ein Blick an Berlins große Gewässer wie Müggelsee, Tegeler See oder Wannsee lohnt sich. Hier lassen sich schwimmende Wintergäste wie der Gänsesäger sowie Haubentaucher, Reiher- und Tafelenten oder Blässhühner beobachten. Mit etwas Glück sieht man am Müggelsee sogar Samtenten – eine Art, die sonst vor allem im hohen Norden oder an den Küsten vorkommt.

Ein besonderes Naturschauspiel ist der winterliche Einflug von Möwen. Doch Möwe ist nicht gleich Möwe: Silber-, Steppen- und Mittelmeermöwen voneinander zu unterscheiden, ist wirklich anspruchsvoll. Sie sehen sich nicht nur sehr ähnlich, sondern bilden mitunter sogar gemischte Paare. Mit etwas Übung gelingt aber zumindest die Unterscheidung der kleineren Lach- und Sturmmöwe von den deutlich größeren Arten.


Gemeinsam zählen bei der „Stunde der Wintervögel“

Wer nicht allein auf Vogelbeobachtung gehen möchte, kann sich vom 9. bis 11. Januar 2026 an der bundesweiten Aktion „Stunde der Wintervögel“ beteiligen. Dabei werden eine Stunde lang Vögel gezählt und dem NABU gemeldet. Im Mittelpunkt stehen häufige und gut erkennbare Arten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen – die Aktion eignet sich daher auch besonders für Einsteiger*innen.

Der NABU Berlin bietet an mindestens fünf Orten gemeinsame Vogelzählungen an. So geht es beispielsweise am 9. Januar 2026 ab 10 Uhr auf dem Spandauer Friedhof In den Kisseln auf Vogelpirsch. Am 10. Januar 2026 ab 9 Uhr führt Frank Wissing durch den Charlottenburger Schlossgarten. Zudem findet die beliebte Vogelführung mit NABU-Mitglied und Wildtierexperte Derk Ehlert am 11. Januar 2026 um 10.30 Uhr im Tiergarten statt.

Weitere Termine und Informationen finden Sie unter: https://berlin.nabu.de/spenden-und-mitmachen/veranstaltungen/index.html

Text: Janna Einöder, 18.12.2025


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