Zähringer Höhe: Jetzt Petition unterzeichnen!

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Ralf Schmidt, Vorsitzender des NABU Freiburg, erläutert in unserem Interview, welche Gründe gegen eine Bebauung der Zähringer Höhe sprechen und was die Bürger*innen gegen dieses Vorhaben tun können.

Zeichen gegen die Zerstörung wertvoller Streuobstwiesen

Was ist auf der Zähringer Höhe geplant?

Am nordöstlichen Stadtrand von Freiburg droht der akute Verlust eines ökologischen Kleinods: Die Zähringer Höhe – eine historisch gewachsene, artenreiche Kulturlandschaft zwischen Zähringen und Wildtal – soll bebaut werden. Geplant sind bis zu fünfgeschossige Wohngebäude sowie Einfamilienhäuser mit rund 250 bis 300 Wohneinheiten. Trotz eines historischen Protestrekords von 325 Einwendungen aus der Bürgerschaft will die Stadtverwaltung das Verfahren nun per Satzungsbeschluss durchdrücken.

Warum spricht sich der NABU Freiburg gegen eine Bebauung der Zähringer Höhe aus?

Es stehen nicht nur unersetzbare Freiräume auf dem Spiel, sondern auch ein hochsensibler Lebensraum für zahlreiche streng geschützte Tier- und Pflanzenarten.

Die Zähringer Höhe besticht durch eine extrem strukturreiche Mosaiklandschaft aus alten Streuobstwiesen, Ackerflächen, Feldgärten und kleinflächigen Nasswiesen, die direkt an das FFH-Gebiet zum Rosskopf angrenzt. Botanisch sticht insbesondere die seltene Kirschpflaume (Prunus cerasifera) hervor. Auch für die Tierwelt besitzt das Gebiet eine überregionale Bedeutung:

  • Ornithologie: Neben dem Rotmilan als Jagdgast beherbergt die Höhe geschützte Vogelarten wie Wendehals, Grünspecht, Mittelspecht, Grauspecht, Kleinspecht, Klappergrasmücke, Gartenrotschwanz, Feldsperling und Neuntöter. 16 der nachgewiesenen Arten stehen auf den Roten Listen von Deutschland und Baden-Württemberg.
  • Fledermäuse: Das Mosaik aus Wiesen und Gehölzen dient gefährdeten Fledermausarten (u. a. Bechsteinfledermaus) als essenzielle Wochenstube und Nahrungshabitat.
  • Käferfauna von nationalem Rang: Gutachten belegen das Vorkommen vom Aussterben bedrohter Totholzkäfer wie dem Körnerbock sowie von Natura-2000-Arten wie dem Hirschkäfer. Extensiv genutzte Hochstammobstwiesen dieser Güte sind in der Vorbergzone kaum noch zu finden.

Zudem erfüllt die Höhe als Hangschneise eine unverzichtbare Kaltluftfunktion für das Mikroklima Zähringens und dient als wichtiges Naherholungsgebiet.

Was kann jede und jeder tun, um die Zerstörung wertvoller Streuobstwiesen zu verhindern?

Klimaschutz und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum dürfen nicht gegen den Erhalt der biologischen Vielfalt ausgespielt werden. Mit Entwicklungsflächen wie „Zähringen-Nord“ stehen in Freiburg nachhaltige Siedlungsalternativen auf bereits versiegelten Arealen mit direkter ÖPNV-Anbindung zur Verfügung.

Die Umweltvereinigung Plan B e.V. hat eine Online-Petition gestartet, um die Bebauung der Zähringer Höhe zu verhindern. Der NABU Freiburg, der BUND Freiburg, der LNV BW, sowie weitere Umweltverbände und -gruppen unterstützen dieses Anliegen ausdrücklich und bitten darum, die Petition zu unterzeichnen.